Wenn aus einem Funken ein Feuer für Generationen wird — 75 Jahre RIKA
RIKA – das ist die Geschichte eines Familienunternehmens, das aus einer kleinen Schlosserei zu einem internationalen Innovationsführer gewachsen ist.
Es ist die Geschichte von Menschen, Ideen und dem unbedingten Willen, Wärme und damit ein Stück weit Lebensqualität in jedes Zuhause zu bringen.
Wie alles begann
1951 gründete Karl Riener sen. den Schlossereibetrieb RIKA, benannt nach den Initialen seines Namens, in einer 60 m² kleinen Werkstatt im Zentrum von Kirchdorf/Krems – nur wenige Kilometer vom heutigen Firmenstandort entfernt. Unter den schwierigen Bedingungen der Nachkriegszeit, die geprägt war vom Wiederaufbau, fertigte er klassische Metallprodukte wie Geländer oder auch Bordwandverschlüsse. Nach der Eröffnung von zwei weiteren, etwas größeren Standorten kaufte Karl Riener sen. 1969 schließlich das Eumig Filmprojektorenwerk in Micheldorf und übersiedelte seine Produktion an den neuen, bis heute aktuellen Standort.
RIKA war zu diesem Zeitpunkt schon wichtiger Zulieferer von KELOMAT, einem renommierten österreichischen Hersteller von Schnellkochtöpfen, und stattete Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympische Spiele mit Zielscheiben-Transportanlagen für Sportschützen aus. Die Zusammenarbeit mit der Österreichischen Post, die von RIKA Bauteile für Kabelabspannungen bezog, stellte sich wenige Jahre später als echter Glücksgriff heraus.
Die Telefonzelle – ein Meilenstein
Nur wenige Jahre nach dem Unternehmenseintritt seines Sohnes Karl Stefan Riener (1970) gelang ein entscheidender Schritt für die Zukunft des Unternehmens: Sie gewannen die Ausschreibung eines Telefonzellen-Großauftrags der Österreichischen Post. Damit konnte das benötigte Kapital für weitere Investitionen und somit neue Geschäftsfelder lukriert werden. Die Neuausrichtung der Produktion auf Telefonzellen hatte außerdem zur Folge, dass, um für eine stärkere Auslastung der Maschinen zu sorgen, fortan die Herstellung von Blechteilen forciert wurde.
Karl Riener: „Mein Unternehmenseintritt war damals eine Selbstverständlichkeit. Und erweist sich bis heute als richtige Entscheidung.“
Vom Pionier zum europäischen Marktführer
Die lange Tradition des Heizens mit Holz führte in Skandinavien in den 1970er Jahren zur Entwicklung der ersten Kaminöfen, wie wir sie heute kennen: mit guter Sicht auf das Flammenspiel hinter einer verglasten Tür. Familie Riener erkannte das Potential des Kaminofens am österreichischen Markt frühzeitig und nützte die vorhandenen Maschinen zur Blechbearbeitung, um 1982 den ersten Kaminofen auf den Markt zu bringen – der Grundstein für das heutige Unternehmen war gelegt. Damit ging aber auch ein Wunsch von Karl Stefan Riener in Erfüllung: ein Produkt zu schaffen, das Technologie und Design vereint, wandelbar in Aussehen und Funktionen, für den privaten Wohnraum.
Der erste Pelletofen ließ nur wenige Jahre auf sich warten. Im Zuge seiner Auslandsreisen in den USA lernte Karl Stefan Riener diese neue Technologie kennen. Kurzerhand kaufte er einen amerikanischen Pelletofen, der sehr schlicht in der Funktionsweise und unvorstellbar laut war. Er analysierte die Funktionsweise bis ins kleinste Detail und zerlegte ihn in alle Einzelteile, um anschließend selbst einen ersten Prototypen zu bauen, der mit zahlreichen Verbesserungen schließlich den europäischen Standards entsprach.
Anfangs wurden RIKA Pelletöfen ausschließlich in die USA exportiert – über 10.000 Stück pro Jahr. Dort waren Pelletöfen für den privaten Gebrauch schon weithin bekannt. Nach und nach fanden Holzpellets ausgehend von Schweden, wo sie bereits als Brennstoff für Industrieanlagen etabliert waren, auch in ganz Europa Verbreitung. Viele holzverarbeitende Firmen in Österreich waren von den RIKA Pelletöfen so begeistert, dass sie selbst mit der Produktion von Pellets begonnen haben. So nahm der Siegeszug der Pelletöfen und damit einhergehend die europäische Marktführerschaft von RIKA seinen Anfang.
Stefan Riener: "Mein Vater war schon immer ein Visionär und Pionier, lange bevor Nachhaltigkeit ein Begriff war. Er hat den Weg für eine völlig neue Art des Heizens bereitet."
Einen enormen Rückschlag erfuhr RIKA im Zuge des Pelletofen-Exports in die USA, der – im Gegensatz zum Vertrieb in Österreich – bis 1999 einem Unternehmenspartner anvertraut war. Finanzielle Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsführung kosteten dem Familienbetrieb beinahe die Existenz. Mit unermüdlichem Einsatz sowie dem Drang nach stetiger Weiterentwicklung konnte aber selbst diese schwierige Phase überwunden werden. Bereits 2003 stieß RIKAs Produktion an ihre Grenzen – die Nachfrage übertraf die Kapazitäten deutlich. Familie Riener beschloss eine Umstrukturierung von RIKA, die schließlich in die Teilung des Unternehmens in RIKA Innovative Ofentechnik und RIKA Blechkomponenten mündete.

Die bestehenden Produktionshallen konnten der Auftragslage schon bald nicht mehr gerecht werden: 2005 eröffnete RIKA Innovative Ofentechnik einen weiteren Produktionsstandort im nahe gelegenen Adlwang. Es folgte die Markteinführung des ersten Kombigerätes 2011, zukunftsweisender Heiztechnologien von RIKATRONIC über RIKA FIRENET bis hin zur Sprachsteuerung RIKA VOICE im Jahr 2019. Auch das Ofendesign entwickelte sich weiter, orientierte sich an neuen Wohn- und Einrichtungsstilen sowie am zunehmenden Trend der Individualisierung. Nur eines blieb gleich: der Qualitätsanspruch.
Karl Riener: „Wir setzten von Anfang an auf beste Qualität – das ist und bleibt unser Erfolgsrezept.“
Gemeinsam durch unsichere Zeiten
2019 trat Karl Philipp Riener in das Unternehmen ein, der bereits zwei Jahre vor seinem Studium und währenddessen zeitweise im Unternehmen tätig war. „Für mich war schon immer klar, dass ich den Familienbetrieb weiterführen möchte. Das über die Jahrzehnte aufgebaute Knowhow und der Erfahrungsschatz sind unbezahlbar und bieten viel Freiraum für Selbstverwirklichung. Ich arbeite sehr gerne mit meinem Vater zusammen und wir sind uns in den meisten Dingen recht einig“, unterstreicht Karl Philipp Riener, der insbesondere den Zusammenhalt im Betrieb sehr schätzt, die Vorteile des Familienunternehmens. Die Leidenschaft zu Design und Innenarchitektur verbinde darüber hinaus, betont Karl Philipp Riener.

Die anschließenden Jahre standen ganz im Zeichen von Stapelkrisen – aber auch von Flexibilität, Wachstum und Lernen.
Die weltweite Corona-Pandemie stellte auch RIKA vor neue Herausforderungen: Schwankende Nachfrage, volatile Rohstoffmärkte und globale Lieferketten-Probleme forderten rasches Reagieren und starke interne Zusammenarbeit. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen konnte RIKA seine Produktion in den Krisenjahren steigern – als Konsequenz und um der wachsenden Nachfrage weiterhin gerecht zu werden, wurde der Standort Adlwang auf knapp 11 000 m² ausgebaut.
2023 schließlich trat Stefan Riener in den Familienbetrieb ein und stärkte damit die dritte Generation in der Unternehmensführung. "Ich bin mit RIKA und unseren Öfen aufgewachsen. Die Erfahrungen, die ich im Ausland sammeln durfte, wollte ich einbringen – mit großem Respekt vor dem, was aufgebaut wurde, und dem Anspruch, es weiterzuentwickeln", resümiert er.
Karl Philipp Riener: "Den Weg gemeinsam mit meinem Bruder gehen zu dürfen, macht ihn für mich besonders. Unser Verhältnis ist geprägt von tiefem gegenseitigen Vertrauen."
Ein neues Kapitel: Internationale Expansion und Outdoor-Feuererlebnis
Mit Blick auf eine breite, einheitliche Marktpräsenz in Europa ergriff RIKA 2024 die Chance, den langjährigen Partner Stroomop als eigene Niederlassung in Belgien zu übernehmen.
Parallel zur strategischen Expansion wurde das Produktsortiment erweitert: Neben klassischen Kamin-, Pellet- und Kombiöfen integrierte RIKA 2025 erstmals auch eine Outdoor-Wärmelösung in sein Portfolio – den Terrassenstrahler TERRA, der die Marke RIKA über den Wohnraum hinaus erlebbar macht.
Karl Philipp Riener: „Wir denken Öfen weiter. Ob indoor oder outdoor, als Möbelstück, Designobjekt oder Wärmequelle mit Wohlfühlfaktor – rund um den Ofen eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten.“
Raum für Entwicklung
Innovation und Modernisierung erreichten 2025 ein neues Level: Die Technologien RIKAair, RIKA CLEAR VIEW, EGR und NightFlame wurden auf den Markt gebracht und schufen in Sachen Design und Technologie abermals neue Standards.
Der Umbau der Zentrale in Micheldorf schließlich machte die inneren Werte auch nach außen hin sichtbar. Modern, mit klarer Formensprache, funktional und hochwertig ausgeführt, signalisiert der Komplex vor allem eines: RIKA steht für Klarheit und Beständigkeit, blickt selbstbewusst in die Zukunft und ist stolz auf Geschaffenes. Die dort neu gestaltete RIKA Ofenwelt lässt Kund:innen Feuer und Wärme mit allen Sinnen erleben, Authentizität spüren.
Stefan Riener: "Unser modernisierter Standort in Micheldorf verbindet zeitgenössische Industriearchitektur mit klarer Markenidentität, Bodenständigkeit mit Weitblick – verwurzelt im Hier und Jetzt."

Mit dieser dynamischen Entwicklung bleibt RIKA seiner Geschichte und seinen Werten treu: österreichische Produktionskultur, hohe Qualität sowie nachhaltige Innovationskraft – und gleichzeitig mutiges Denken für die Zukunft des Unternehmens und seiner Partner:innen.